Homes in Zell am See

RE/MAX Austria
06542 721 41
RE/MAX Immobilien Ballon
Sie befinden sich hier » Home » News » Unsere News » FAGG Mehr Rechte und Sicherheit fr Konsumenten 2767

FAGG: Mehr Rechte und Sicherheit für Konsumenten.

09.07.2014
FAGG: Mehr Rechte und Sicherheit für Konsumenten.

Seit 13. Juni 2014 gilt in Österreich ein neues Gesetz zum Schutz von Konsumenten: Das „Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz", kurz „FAGG".
Es gilt für Geschäfte, die Konsumenten nicht im Geschäftslokal des Unternehmers abgeschlossen haben, sondern auswärts oder über Fernkommunikation wie Telefon oder Online:
• Das FAGG gilt also nicht für Verträge, die im Geschäftslokal des Unternehmers geschlossen werden.
• Es gilt auch nicht für Geschäfte zwischen Unternehmern.
Das FAGG macht für Konsumenten manches sicherer und einfacher, aber auf den ersten Blick vor allem verwirrender und komplizierter. Das soll hier kurz erläutert werden.

Was bringt das neue Gesetz FAGG?
„14 Tage lang Ware zurück und Geld zurück." Das ist die positive Kernidee des Gesetzes, das eigentlich nur die nationale, österreichische Gesetzes-Umsetzung einer EU-Richtlinie darstellt.
Im Kern besagt das FAGG, dass Konsumenten, die ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht im Geschäft des Unternehmers, sondern online, per Telefon oder auswärts erwerben, innerhalb einer Frist von 14 Tagen ein Rücktrittsrecht haben.
Das macht Sinn und schützt Konsumenten vor unliebsamen Überraschungen und
Überrumpelungen.
Wird die Dienstleistung bereits innerhalb der Rücktrittsfrist begonnen, hat der Unternehmer ein bereits bezahltes Entgeltzurückzuerstatten. Weil der Verbraucher grundsätzlich nicht verpflichtet ist, bereits in der Rücktrittsfrist erbrachte Dienstleistungen zu bezahlen, werden daher Unternehmer meist die Rücktrittsfrist
abwarten und erst danach ihre Dienstleistung erbringen.
Aufforderung zum vorzeitigen Tätigwerden Wenn ein Konsument jedoch möchte, dass der Unternehmer rasch, also vor Ablauf der 14-tägigen Rücktrittsfrist, liefert oder seine Dienstleistung startet, kann er den Unternehmer ausdrücklich dazu
auffordern.
Dann ist der Konsument allerdings verpflichtet, jenen Teil der Leistung, den der Unternehmer bis zum Rücktritt erbracht hat, auch zu bezahlen.
Die Höhe des zu zahlenden Betrags kann bei einem Rücktritt jedoch leicht zum Streitfall werden.
Daher werden wohl manche Unternehmen ausweichen, indem sie den Auftrag zum vorzeitigen Tätigwerden ablehnen und lieber die 14 Tage abwarten.
Was bedeutet FAGG für die Praxis?
Im täglichen Leben werden die Konsumenten in Zukunft in jedem FAGG-Geschäftsfall über ihre Rücktrittsrechte aufgeklärt werden und diese Aufklärung auch bestätigen müssen, weil sich sonst die Rücktrittsfrist auf bis zu 12 Monate und 14 Tage verlängert. Das bedeutet in der Praxis einfach ein Formular und eine Unterschrift mehr.
Ein weiteres Formular mehr wird auf die Konsumenten zukommen, weil viele Verträge jetzt nur mehr schriftlich abgeschlossen werden. Generell können seit jeher Verträge auf verschiedene Arten geschlossen werden, etwa schriftlich oder auch mündlich oder auch schlüssig. Bisher wurde der Maklervertrag mit Immobilieninteressenten häufig schlüssig abgeschlossen: Der Makler bewarb eine Immobilie, gab seine Provisionserwartung für den erfolgreichen Kauf-/Mietabschluss bekannt und ein Immobilieninteressent nahm
die Dienstleistungen des Maklers in Anspruch.
Jetzt ist der Maklervertrag dem Inhalt nach immer noch derselbe: Beratung und Besichtigung ist für den Konsumenten weiterhin risikolos, also solange kostenlos, bis ein Kauf- oder Mietvertrag geschlossen wird.

Nur: der Makler muss den Immobilieninteressenten aufgrund der Bestimmungen des FAGG vor Vertragsabschluss insbesondere auch über das bestehende Rücktrittsrecht aufklären. Das bedeutet in der Praxis ein Vertragsformular samt Unterschrift mehr, nämlich den „Such- und Besichtigungsauftrag", mit dem sowohl der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses als auch die zuvor erfolgte Aufklärung dokumentiert werden.

Kurz zusammengefasst:
Gleich bleibt: Beratungen und Besichtigungen sind für Interessenten grundsätzlich weiterhin kostenlos, solange das zu vermittelnde Geschäft (etwa Mietvertrag oder Kaufvertrag) nicht zustande kommt.
Gleich bleibt: Wer den Vermittlungsvertrag im Maklerbüro abschließt, für den gilt das FAGG nicht und er erspart sich zumindest eine Menge Papierkram, nämlich den, den das FAGG auslöst.
Neu ist das Rücktrittsrecht nach FAGG vom an sich risikolosen Maklervertrag innerhalb von 14 Tagen.
Neu ist das Rücktrittsrecht nach FAGG von bis zu 12 Monaten und 14 Tagen, wenn der Konsument nicht korrekt über das 14-Tage-Rücktrittsrecht aufgeklärt wurde.
Neu sind 3 Verträge und Bestätigungen, damit dem Gesetz entsprochen wird und trotzdem rasch die Interessen des Konsumenten erfüllt werden können, nämlich:
• der Such-und Besichtigungsauftrag samt Nebenkostenübersicht,
damit Vertragsinhalt und Ort und Zeitpunkt
des Vertragsabschlusses exakt eregelt sind und
• die Bestätigung über die Aufklärung der FAGG-Rücktrittsmöglichkeiten und
• die Aufforderung zum vorzeitigen Tätigwerden innerhalb der Rücktrittsfrist

Wie sieht RE/MAX Austria das FAGG?
Jede Form von Konsumentenschutz ist grundsätzlich zu begrüßen und das FAGG positiv zu bewerten.
Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Gesetz nicht maßgeschneidert für die Immobilienvermittlung, sondern vor allem für andere Branchen und Vertriebssysteme gemacht wurde und dementsprechend für die Immobilienvermittlung schlecht passt:
Für eine Dienstleistung, aus der im Regelfall nur dann Kosten entstehen,
wenn sie erfolgreich (!) abgeschlossen wurde, wird ein 14-Tages-Rücktrittsrecht vorgesehen. Ob das notwendig und sinnvoll ist, darf bezweifelt werden, insbesondere wenn man die damit ausgelöste Bürokratie und in weitere Folge die Verunsicherung der betroffenen Konsumenten in Betracht zieht.
Was macht das RE/MAX-Netzwerk?
RE/MAX hat seine Verantwortung als Marktführer in der Immobilienvermittlung wahrgenommen und alle Anstrengungen unternommen, um dem Sinn des Gesetzes zum Durchbruch zu verhelfen.
Rechtzeitig seit 13. Juni stehen für alle RE/MAX-Büros die neuen, adaptierten Vertragsformulare für alle „Auswärtsgeschäfte" zur Verfügung.
Für alle Online-Anfragen hat RE/MAX einen Online-Ablauf eingesetzt, der sowohl Rechtssicherheit für Konsumenten wie für Makler bietet und trotzdem rasch und effizient auf die Informationsbedürfnisse der Interessenten eingeht. Dass nicht alle Formulare und Pop-Ups einfach aussehen und sofort verständlich klingen, wissen wir. Aber wer vorne vorangeht, beschreitet zwangsweise neue Wege.
Insbesondere die Abkehr vom schlüssigen Maklervertrag, der von vielen Konsumenten fälschlicherweise als „kein Vertrag" interpretiert wurde, wird wohl anfangs gelegentlich auf Unverständnis stoßen.
Aber viele gesetzliche Neuerungen haben Zeit gebraucht, bis die Menschen davon gewusst haben und damit umgehen konnten. So wird es auch mit dem FAGG sein.
Wer das Gesetz im Original lesen möchte: »Bundesgesetzblatt«


Share it

Schon gesehen? Die neue RE/MAX App!
X